100% Baumwolle – was steckt dahinter?

Bei unsren Workshops weisen wir immer wieder darauf hin, dass die Stoffe, die zum Bedrucken und Bemalen verwendet werden, einen möglichst hohen Baumwollanteil haben sollten.

In der heutigen Zeit, wo sehr viele „Kunst-Stoffe“ produziert und verkauft werden, ist es gar nicht mehr so einfach, Kleidungsstücke aus reiner Baumwolle zu bekommen. Neben den offensichtlichen Synthetikstoffen wie Polyester, Acryl und Co. gibt es auch viele Mischformen, die zwar Baumwolle enthalten, sich aber trotzdem nicht zum Bedrucken eignen. Dazu gehören etwa Jersey, Slubjersey, Feinripp oder Modal. Außerdem enthalten sehr viele Kleidungsstücke, vor allem T-Shirts, mittlerweile einen nicht unwesentlichen Anteil an Elasthan. Das sorgt dafür, dass der Stoff stretchig wird und sich den Körperformen optimal anpasst. Für das Bedrucken und Bemalen eignet sich aber auch das Elasthan leider nicht optimal.

Warum aber ist der Baumwollanteil nun so wichtig? Nur Baumwolle hat „echte“ Stofffasern, die viel saugfähiger sind als Kunstfasern. Diese Eigenschaft der Baumwolle machen wir uns beim Bedrucken und Bemalen zu Nutze. Die Farbe dringt in die Fasern ein und setzt sich darin fest. Durch das Bügeln der Farbe nach dem Auftragen verbinden sich die Fasern endgültig mit den Farbpartikeln. Dann ist das Ergebnis nicht nur strahlend leuchtend, sondern hält im Idealfall auch 100erte Waschgänge problemlos aus.

Natürlich reagieren nicht alle Farben gleich – es gibt Unterschiede sowohl bei den Farben verschiedener Hersteller, als auch bei den Farben selbst. Gelb etwa ist weniger deckend als schwarz und kann sich wg. der geringeren Farbpigmentanzahl auch weniger gut in den Fasern festsetzen. Für ein leuchtendes Ergebnis muss daher gelbe Farbe in mehreren Schichten aufgetragen werden als etwa schwarze.

Was passiert nun aber, wenn der Stoff nicht aus Baumwolle ist? Ein Beispiel für ein leider ziemlich verpatztes Shirt seht ihr hier:

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Es besteht zu 51% aus Modalstoff, nur 49% sind Baumwolle. Das ist zu wenig, damit sich die Farbe in den Fasern festsetzen kann. Zwar konnte auch auf diesem Shirt erst ein schönes Ergebnis erreicht werden, nach dem ersten Waschen aber ist die Farbe nicht nur verlaufen, sondern hat sich über das gesamte Shirt verteilt und sich auch bei einem zweiten Waschgang nicht mehr entfernen lassen.

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Ein Beispiel für ein Shirt aus 100% Baumwolle, ohne Elasthan-Anteil oder sonstige Zusätze seht ihr hier:

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Dieses Shirt ist bereits 5 Jahre alt und gerne getragen. Obwohl der Stoff selbst an der einen oder andren Ecke durch das oftmalige Waschen ein wenig ausgeleiert ist, ist das Design immer noch weder verwaschen, noch ausgefranst oder verblichen. Die Farben sind so tief in die Stofffasern eingedrungen, dass auch die großen Flächen, wie das Herz, auch durch Dehnung nicht brechen.

Ihr seht, es lohnt sich, nach Kleidungsstücken aus Baumwolle Ausschau zu halten. Zwar wird die Suche danach etwas länger dauern, dafür finden sich Stücke aus reiner Baumwolle meistens bei eher billigeren Kleidungshändlern. Egal wo ihr eure Stücke kauft, achtet auf einen Baumwollanteil von mind. 95% und lasst Jersey, Modal und Polyester am besten links liegen. So habt ihr nicht nur nach dem Workshop Freude an eurem Designer-Stück, sondern über viele Jahre hinweg!

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